appfarms.com – von WordPress zu Astro

Eigenprojekt · Web & Migration

Über das Projekt

Diese Referenz ist ein Eigenprojekt: die Migration unserer eigenen Website appfarms.com von einer langjährig gewachsenen WordPress-Installation auf einen statisch ausgelieferten Astro-Stack. Wir dokumentieren das Projekt aus zwei Gründen offen – inklusive der Stolpersteine.

Erstens, weil wir uns selbst an dem messen lassen wollen, was wir Kund:innen empfehlen: ein modernes Web, das schnell, sicher, wartbar und langlebig ist. Zweitens, weil die Schmerzpunkte, die uns zur Migration bewogen haben, in vielen Unternehmen identisch sind – und eine ehrliche Erfahrungsschilderung mehr wert ist als jede Hochglanz-Liste.

Ausgangslage: was uns an WordPress nicht mehr passte

Die alte Seite lief stabil – aber sie kostete kontinuierlich Aufmerksamkeit, ohne dass dem ein redaktioneller Mehrwert gegenüberstand:

  • Plugin- und Core-Updates als wiederkehrende Wartungsaufgabe, mit Risiko von Inkompatibilitäten und Breaking Changes.
  • Sicherheitsoberfläche: PHP-Runtime, Datenbank, Plugin-Code Dritter und ein öffentliches Login – jedes Element ist potenziell ein Angriffsvektor und braucht Patch-Disziplin.
  • Performance: vorgebautes HTML und lokal bereitgestellte Schriften reduzieren die Arbeit beim Seitenaufruf. Lighthouse dient zur technischen Prüfung; reale Ladezeiten hängen auch von Gerät und Verbindung ab.
  • Editor- und Page-Builder-Fragmentierung: Inhalte waren teils im Block-Editor, teils im Builder, teils in Plugin-Custom-Fields gepflegt. Strukturierte Inhalte (Case Studies, FAQs) ließen sich schwer konsistent halten.
  • Reproduzierbarkeit: Stagings und lokale Umgebungen waren aufwendig, Datenbank- und Medien-Sync ein wiederkehrender Reibungspunkt.

Keiner dieser Punkte ist ein Argument gegen WordPress generell. Für unser Profil – eine primär redaktionelle Marketing- und Referenzseite mit überschaubarem Änderungstakt – war das Verhältnis aus Komplexität und Nutzen aber zunehmend schlecht.

Wartungsbedarf der bisherigen Website

Eine WordPress-Installation benötigt regelmäßige Pflege von Core, Plugins, Zugängen und Serverkonfiguration. Für unsere überwiegend redaktionelle Website wollten wir diese laufenden Aufgaben reduzieren. Statische Auslieferung entfernt die WordPress-Laufzeit aus dem öffentlichen Betrieb; Webserver, Abhängigkeiten und Sicherheitskonfiguration bleiben weiterhin zu pflegen.

Entscheidung: warum Astro

Wir haben drei Optionen ernsthaft geprüft: WordPress modernisieren (bereinigen, Plugins reduzieren, Headless-Frontend), eine Hugo/Eleventy-Lösung, und Astro. Die Entscheidung fiel auf Astro, weil es für unser Profil die beste Kombination liefert:

  • Statische Auslieferung – der Webserver liefert vorgebaute Dateien aus. Eine PHP-Laufzeit, WordPress-Datenbank und ein öffentliches CMS-Login werden dafür nicht benötigt.
  • Komponentenmodell mit TypeScript, ohne SSR-Zwang und ohne Framework-Lock-in. Wir können punktuell React/Svelte-Inseln einsetzen, wenn nötig – müssen es aber nicht.
  • Content Collections mit Zod-Schema: Inhalte werden bei Build-Zeit validiert. Ein fehlendes Pflichtfeld bricht den Build, statt unbemerkt live zu gehen.
  • Mehrsprachigkeit sauber als Dateistruktur (de/, en/), nicht als Plugin.
  • SEO-Grundlagen (Sitemap, JSON-LD, hreflang, Canonical) sind im Code, versioniert und reviewbar – nicht in einem Plugin-Backend.

Migrationsweg

  1. Content-Audit: jede WordPress-Seite bewertet (behalten, neu schreiben, streichen, zusammenführen). Ergebnis: deutlich weniger, aber stärkere Seiten.
  2. Inhaltsmodell vor Inhalt: Schema für Seiten, Case Studies und FAQs in content.config.ts definiert, bevor Inhalte migriert wurden. Das hat einige Inkonsistenzen aus der Altseite sichtbar gemacht.
  3. Markdown-Migration: Inhalte als Markdown übernommen, Bilder optimiert, Alt-Texte ergänzt.
  4. Weiterleitungen: entfernte Seiten erhalten passende Ziele. Beispielsweise führt die frühere Ausbildungsseite zur Über-uns-Seite.
  5. SEO-Bausteine: JSON-LD für Organisation, Breadcrumbs, FAQs und Case Studies; saubere <title>-/Meta-Beschreibungen pro Seite.
  6. Build und Hosting: Astro erzeugt die statischen Dateien. Nginx liefert sie aus; Serverkonfiguration und Container-Setup liegen im Projekt.

Ergebnis

Was sich in der Praxis spürbar geändert hat:

  • Wartung: keine Plugin-Updates, keine PHP-Patches, kein Login-Hardening. Updates beschränken sich auf Dependencies, die im PR-Review sichtbar sind.
  • Performance: vorgebautes HTML und lokal bereitgestellte Schriften reduzieren die Arbeit beim Seitenaufruf. Lighthouse dient zur technischen Prüfung; reale Ladezeiten hängen auch von Gerät und Verbindung ab.
  • Redaktionsworkflow: neue Referenz oder Leistung = neue Markdown-Datei mit Schema. Konsistenz wird vom System erzwungen, nicht von Disziplin.
  • Sicherheit: WordPress-spezifische Laufzeit-Endpunkte entfallen. HTTP-Sicherheitsheader werden separat in der Nginx-Konfiguration gesetzt; sie entstehen nicht automatisch durch statische Auslieferung.
  • Betrieb: keine separate WordPress-Datenbank und keine PHP-Laufzeit für die Website. Das vereinfacht die eingesetzte Infrastruktur.

Lessons Learned – ehrlich

  • Das Content-Schema ist die wichtigste Entscheidung, nicht das Framework. Wer die Datenstruktur sauber definiert, gewinnt unabhängig vom Stack.
  • Inhalte und URLs verdienen eigene Planung. Das technische Grundgerüst ist nur ein Teil der Migration.
  • Astro ist nicht für jede Seite die richtige Wahl. Bei stark dynamischen, eingeloggten oder hochfrequent redaktionellen Szenarien können andere Stacks besser passen.
  • „Kein CMS“ heißt nicht „keine Redaktion“. Wer ein nicht-technisches Team hat, sollte ein leichtgewichtiges Editor-Frontend einplanen – Astro lässt das offen.

Was bedeutet das für Ihr Projekt?

Wenn Sie eine Website betreiben, die primär Marketing-, Referenz- oder Produktinhalte transportiert, in der Sicherheit und Performance hohe Priorität haben und der Wartungsaufwand spürbar geworden ist, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf einen Astro-basierten Stack. Wir begleiten solche Migrationen – vom Content-Audit über das Schema bis zum SEO-erhaltenden Go-live. Sprechen Sie uns gern an.

Herausforderung

Die WordPress-Seite war über Jahre gewachsen: mehrere aktive Plugins für Seitenaufbau, SEO, Caching, Mehrsprachigkeit und Sicherheit, ein klassischer Page-Builder, und ein Hosting-Setup, das mit jedem Core- oder Plugin-Update Aufmerksamkeit verlangte. Die Folgen waren bekannt: Sicherheits- und Kompatibilitäts-Updates auf der Watchlist, schwer reproduzierbare Stagings, zusätzlicher Aufwand für Performance-Optimierungen trotz Caching, und ein Editor, der sich für strukturierte Inhalte (Case Studies, FAQs, Leistungen) zu frei und gleichzeitig zu starr anfühlte. Hinzu kam: Wir empfehlen Kund:innen einen modernen, auf Geschwindigkeit, Sicherheit und Langlebigkeit ausgelegten Web-Stack – und wollten genau das selbst leben.

Lösung

Wir haben die Seite auf Astro umgestellt. Die Inhalte liegen als Markdown in Content Collections; ein Zod-Schema prüft Pflichtfelder und die Struktur von Case Studies und FAQs. Deutsche und englische Inhalte werden getrennt gepflegt. Der Build erzeugt statisches HTML, das Nginx ausliefert. Sitemap, Canonical-Links, hreflang und strukturierte Daten sind Teil der Implementierung. Quellcode und Inhalte werden gemeinsam versioniert.

Ergebnis

Die Website wird ohne WordPress-Laufzeit, PHP oder Datenbank ausgeliefert. Inhalte und technische Änderungen lassen sich gemeinsam versionieren und prüfen. Ein Schema unterstützt die konsistente Pflege der Case Studies. Der Betrieb umfasst weiterhin die Aktualisierung von Abhängigkeiten, Webserver und Hosting.

„Wir wollten eine Website, die uns nicht mehr zu Plugin-Updates und Wartungsfenstern zwingt – sondern uns Zeit für Inhalt und Kund:innen zurückgibt. Astro war für uns die ehrlichste Antwort auf diese Anforderung.“

appfarms-TeamEigenprojekt · 2025/2026

Häufige Fragen

Warum überhaupt weg von WordPress?

WordPress ist für viele Anforderungen ein gutes Werkzeug – für unsere Website jedoch nicht mehr. Wir hatten Plugin-Wildwuchs, regelmäßige Sicherheits- und Kompatibilitäts-Updates, einen Editor, der strukturierte Inhalte nicht erzwingt, und ein Hosting-Setup, das laufend Pflege brauchte. Der Mehrwert dieser Komplexität war für eine weitgehend redaktionelle Seite gering.

Warum Astro und nicht Next.js, Hugo oder eine Headless-CMS-Lösung?

Astro liefert standardmäßig statisches HTML mit minimalem JavaScript-Fußabdruck – genau das, was eine Marketing- und Referenzseite braucht. Im Vergleich zu Hugo war uns das Komponentenmodell und die TypeScript-Integration wichtig, im Vergleich zu Next.js wollten wir keine SSR-Runtime und keinen React-Overhead, wo er nicht nötig ist. Headless-CMS hätten ein zusätzliches System ergänzt – wir wollten weniger Systeme, nicht mehr.

Wo pflegen Sie jetzt die Inhalte, wenn es kein Backend mehr gibt?

Inhalte liegen als Markdown-Dateien im Repository, validiert über ein Schema (Zod). Änderungen passieren per Pull Request – mit Review, History und Deploy-Pipeline. Für nicht-technische Redaktion lässt sich darauf jederzeit ein einfaches Editor-Frontend (z. B. Decap CMS, Sveltia CMS) setzen, ohne die Architektur zu verändern.

Was war an der Migration anspruchsvoll?

Drei Dinge: das ehrliche Content-Audit (was bleibt, was fliegt, was wird neu geschrieben), die saubere Redirect-Map auf URL-Ebene, damit SEO erhalten bleibt, und die Disziplin, ein Content-Schema vor dem Schreiben festzulegen, statt Inhalte einfach zu kopieren. Die Technik selbst war der unkomplizierteste Teil.

Empfehlen Sie jetzt allen Kund:innen, von WordPress weg zu migrieren?

Nein. WordPress ist für viele Szenarien – etwa redaktionsstarke Magazine mit täglichem Multi-Autor:innen-Workflow – eine sinnvolle Wahl. Wir empfehlen einen Wechsel dann, wenn die Seite primär Marketing-, Referenz- oder Produktinhalte transportiert, Sicherheit und Performance hohe Priorität haben und der Wartungsaufwand spürbar geworden ist. Für genau dieses Profil ist Astro stark.